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Presse-Echo "A Trumpet for Nap"

Der junge Hausdichter des Kellerunternehmens ist ein wunderliches Gemisch aus romantischer Empfindung, Witz, Naivität, Intellekt und Theaterinstinkt: ein moderner Märchenerzähler mit Bühnenblick. Seine Geschichte vom Negertrompeter Nap (Koseform von Napoleon) schlägt Seiten einer arabesk verspielten Poesie an, wie sie in manchen Erzählungen von Saroyan oder in einigen Szenen Thorton Wilders zum Klingen kommen. Hinzu tritt eine nachtwandlerische Sicherheit, die Stilgesetze des Marionettentheaters so zu handhaben, daß ein bezwingender Bühneneindruck entsteht, dem an zauberhafter Frische nichts gleichkommt. Das moderne Großstadtmärchen vom armen Negerlein Nap, dem die tote Tante Rebekka aus dem Jenseits eine Wundertrompete schickt, quillt über von ebenso poetischen wie vergnüglichen Szenen. Wenn sich im nächtlichen Schattenspiel der böse Einbrecher, mit Dietrich und Laterne bewaffnet, an Naps Safe heranpirscht und die Trompete stiehlt, wenn drei dunkle Gentlemen das goldglitzernde Instrument unter beschwörenden Gesängen in den Fluß versenken, oder wenn sich die mit Daumier-Blick gesehene Jubilee-Hall auftut nebst Galavorstellung der rechnenden Regenwürmer und einbeinigen Gewichtstemmer - dann wird im Verein mit Hermann J. Bauers Dekorationen und K. Selliers Puppen, ein Triumph des Marionettentheaters erreicht.

Den diskreten Jazz für den Trompeten-Nap schrieb Wilhelm Killmayer. Gemeinsamer Theaterinstinkt verbindet Killmayer mit Dorsts Absichten. Der junge Musiker schwört auf so altmodische Dinge wie Einfall, Melodie und Rhythmus. Deshalb versteht er, Gebrauchsmusik zu schreiben, die gar nicht wie Gebrauchsmusik klingt. Nicht nur vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt. Sie verfuhren ähnlich mit dem Kunstgenuß im "Kleinen Spiel". Man bekommt in dem Kellertheater, gegen das eine überfüllte Trambahn ein Luftkurort ist, die Sauna mitgeliefert. Aber alle Strapazen wiegen leicht im Vergleich zu dem, was man an poetischen Eindrücken mitnimmt.

Karl Schumann

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