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Presse-Echo "Aucassin und Nicolette" |
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 | Man hockt gepfercht auf harten Bänken, die Zuschauer der hinteren Reihen können sich den Kopf an der Decke stoßen, doch dafür ist das bißchen Luft das man hier schnappen kann, garantiert reinste Theaterluft. Des Puppentheaters neues Programm "Die Geschichte von Aucassin und Nicolette" beschert dem Publikum lauteres Vergnügen. Da die Leute vom "Kleinen Spiel", die weißbekittelt hinter der Bühne ihre Drähte ziehen, allesamt so bescheiden wie begabt sind, tritt im Programmzettel kein Regisseur als Verantwortlicher hervor, und das Stück (nach einer altfranzösischen Sing-Fabel) wird als Gemeinschaftsarbeit des ambitionierten Teams deklartiert.
Die Geschichte von Aucassin, dem Grafensohn, und Nicolette, dem Mädchen aus nicht feinem Haus - in Wahrheit ist's Königstochter aus Karthago, die als Baby im Schlachtengetümmel "herumlag" und von siegreichen Helden "französisch erzogen" wurde - nimmt freilich ein gutes Ende: man sieht sie zum Schluß im Ehebett.
Doch zuvor wird Nicolette von Piraten geraubt, während sie sich im Meer die Füße wäscht. Lateinische Gesänge der Delphine verschönern ihr die Seereise, indes ihr Liebster sie bei provencialischen Hinterwäldlern sucht, die in gschertem Bayerisch parlieren. Wilhelm Killmayer schrieb die romantische Musik zum Zauberspiel, und Herrmann Johan Bauers Bühnenbilder und Figuren sind kleine fabelhafte Kunswerke: unheimlich wie der Wasserspeier von Notre Dame schaute der böse alte Graf von seinen Burgzinnen, und die tiefe blaue See mit den spielenden Delphinen wirkte wie ein Märchentransparent. Fazit: "Kleines Spiel" - ganz groß. Lo Ornstein |
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