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Presse-Echo "Mann ist Mann"

Der Einfall ist ergiebig, Brechts Lustspiel "Mann ist Mann" anstatt mit Schauspielern mit Marionetten aufzuführen. Dies frühe Stück, das doch schon einige der späteren großen Dramen wie "Mutter Courage" oder "Der gute Mensch von Sezuan" gewissermaßen als Embryos in sich birgt, ist Brechts erstes Lehrstück, ein szenisches Paradigma für die These von der beliebigen Ummontierbarkeit des Menschen. Das wirkt von Schauspielern gespielt, leicht etwas dürr und unwahrscheinlich oder gleich so drall, so krachend volkstümlich, daß die These hinter der Lustigkeit einfach verschwindet.

Die Marionetten entmaterialisieren die Figuren ein bißchen, machen sie leichter und poetisieren zugleich das abstrakte Denkmodell. "Die Verwandlung des Packers Galy Gay in den Militärbaracken von Kilkoa" in den Sergeanten Jeraiah Jip, ins Werk gesetzt von drei Soldaten der britischen Kolonialarmee und dargestellt von den Puppen des Marionettenstudios "Kleines Spiel", ist unheimlich komisch. Je weiter der Umbau des friedfertigen, nur einen Fisch begehrenden Packers in eine perfekt funktionierende, grausame Kriegsmaschine fortschreitet, um so furchteregender, monströser erscheinen die zierlich artistischen Bewegungen der Puppen, um so transparenter wird das Exempel, um so zwingender die These.

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