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GEH NICHT NACH EL KUWEHD! |
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 | GEH NICHT NACH EL KUWEHD!
Von Günter Eich
Erstaufführung im Kleinen Spiel am 10.01.2002 Zuletzt auf dem Spielplan im Juni 2010
Der reiche Kaufmann Mohallab zieht mit seiner kostbaren Karawane unbeirrbar durch die Wüste mit nur einem Ziel: heim nach Damaskus, heim zu seiner geliebten Fatime. Vor El Kuwehd kreuzt ein Bettler seinen Weg und warnt ihn vor der Weiterreise. Mohallab tut es dennoch: Er geht nach El Kuwehd. Obwohl er dort noch nie war, kommt ihm alles an diesem Ort merkwürdig bekannt vor. Von nun an erlebt er höchst mysteriös-gefährliche Situationen, Entführung, Raub und Verrat, aber auch Liebe und Treue – ein endloser Strudel zwischen Schein und Sein, zwischen Vergangenem und Gegenwart. Kann Mohallab ihm nicht entrinnen? Oder will er es nicht ...? Zur Inszenierung von „Geh nicht nach El Kuwehd!“ „Geh nicht nach El Kuwehd!“ wirft viele Fragen auf: Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Was kann der Mensch überhaupt wissen? Kann er glauben, einen freien Willen zu haben, sein Leben selbst zu bestimmen – eine Scheinsicherheit, die möglicherweise sehr bald schon zerbrechen und ihn aus seinem alltäglichen Dasein herausreißen wird?
Ein Hörspiel auf der Figurenbühne Das Genre Hörspiel ist auf eine rein akustische Wirkung ausgelegt; die Handlung muss auf der „inneren Bühne“ des Zuhörers stattfinden. Das Figurentheater kann das gesprochene Wort und Toneffekte in ein Schau-Spiel verwandeln. Dem Medium Marionette sind dabei kaum Grenzen gesetzt; es gelten andere physikalische Gesetze als für den Menschen. Sie kann beispielsweise jede beliebige Form und Gestalt annehmen und sich nahezu völlig der Schwerkraft entziehen: schweben, fliegen, blitzartig verschwinden usw. So wird sie quasi zur Inkarnation der Phantasie in Reinform; die poetischen Bilder der Vorlage von Günter Eich werden auf der Puppenbühne zu unmittelbarer, gegenständlicher Wirklichkeit.
„Geh nicht nach El Kuwehd!“ ist angesiedelt in der faszinierenden Zwischenzone von Realität und Traum, von Gegenwart und Vergangenheit, von Zweifel und Gewissheit, mit all ihren irrealen, geheimnisvollen, verlockenden und bedrohlichen Elementen. So werden die Figuren und Bilder der Inszenierung im KLEINEN SPIEL in einer verfremdeten, eigengesetzlichen Welt zum Zeichen für den Menschen und seine gefährdete Existenz – eine atmosphärisch dichte, spannende Collage mit Marionetten, Handpuppen und Schattenfiguren, ein Spiel mit Größenverhältnissen, Perspektiven, Lichtmalereien, Tonräumen und Musikstimmungen. |
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