Lesung: Patrick Roth
(Juni 2013)

Patrick Roth: NACHTMEERFAHRTEN
Eine Lesung.

Samstag, 8. Juni 2013, 20.00 Uhr
im Kleinen Spiel, Neureutherstr. 12, 80799 München

Ein junger Held auf den Spuren Edgar Allen Poes…
Ein junger Filmbesessener im Banne Charlie Chaplins…
Alles beginnt im Dunkeln…

Eine Marionette, die Chaplins legendären „Tramp“ auferstehen lässt, begegnet einem Schauspieler, der den jungen Schriftsteller lebendig werden lässt.
Das Werk Patrick Roths schöpft aus Quellen, die uns vertrauter oder weniger vertraut sind: aus dem Film, insbesondere den Klassikern Hollywoods, aus den Bildern der Bibel sowie aus der Tiefenpsychologie C.G. Jungs. Mit dem ersten Band seiner Christustrilogie, „Riverside“ (1991), überraschte und beeindruckte Roth die literarische Welt; ein deutscher Autor, der aus seiner film-amerikanischen Perspektive in Los Angeles lebend über biblische Stoffe schreibt – wie zuletzt auch in seinem großen Roman „SUNRISE. Das Buch Joseph“ (2012).

In den Schriften „Die Nacht der Zeitlosen“ und „Meine Reise zu Chaplin“, aus denen im KLEINEN SPIEL gelesen wird, gewinnen wir den Eindruck, endlich mehr über diesen Autor zu erfahren, sein Woher und sein Weshalb zu ergründen. Und zugleich bleiben Dichtung und Wahrheit rätselhaft verwoben…
Auch ein idealer Einstieg für alle, die dem faszinierenden Werk Patrick Roths bislang noch nicht begegnet sind!

Es lesen:
Martin Schülke und Ruben Hagspiel
Inszenierung und Einführung:
Br. Johannes Paul Decker

Eine Kooperation von
buehne am J1
und
Kleines Spiel
Der Eintritt ist frei, um Anmeldung unter info@joseph1.de wird gebeten.
Weitere Infos auf www.joseph1.de.

An dieser Stelle sei noch auf folgende Veranstaltungen der Bühne am J1 sowie von Patrick Roth hingewiesen:

Patrick Roth: DIE HELLSEHER
Uraufführung.

Samstag, 29. Juni 2013, 20.00 Uhr
im Kino Maxim, Landshuter Allee 33, München-Neuhausen

Patrick Roths tiefenpsychologisches Drama um den Hellseher Mathyssen, die Kriminalgeschichte um einen Schiffsuntergang und ein geheimnisvolles Rollenspiel.
Weitere Vorstellungen: 30. Juni, 4./5./6./10./12./13. Juli 2013 jeweils 20.00 Uhr
Tickets: € 13,- / ermäßigt € 8,-
Reservierung unter 089-16 87 21

Zum Stück:
„Die Hellseher“ führt den Zuschauer in ein düsteres Zirkuszelt. Mathyssen, ein Hellseher, belustigt sein Publikum mit Taschenspielertricks und kleineren Wahrsagereien, bis ein geheimnisvoller Zuschauer den Meister plötzlich anhand eines Stück abgerissenen Seils vorübergehend aus der Fassung bringt.
Schon zu Beginn hatte das Bild einer Entfesselungskünstlerin eine nur schwach zu erahnende Fährte ausgelegt; ebenso wie ein vorangestelltes vermeintliches Zitat:
„Es gibt Szenen im Traum, da können wir uns nicht befreien. Wir kämpfen gefesselt. Völlig erschöpft, dem Tod nahe, wachen wir zur Befreiung auf. Was, wenn wir diesen Fesseln in Wirklichkeit begegnen?“
Im Verlaufe des Dramas verwandelt sich der geheimnisvolle Zuschauer in einen anonymen Reporter, der den Verdacht schürt, Mathyssen könne etwas mit dem Untergang des Kreuzfahrtschiffes Laetitia zu tun gehabt haben, bei dem 237 Menschen ums Leben kamen und den er in einem versiegelten Umschlag bis ins Detail vorhergesagt hatte. Zu diesem Verdacht gesellen sich Fragen um das Verschwinden von Mathyssens attraktiver Assistentin Sandra.

Patrick Roth lässt kunstvoll die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen und lässt – im Sinne C.G. Jungs – Unbewusstes aus der der Tiefe einer gequälten Psyche an die bewusste Oberfläche dringen, indem wir immer tiefer in die Lebensgeschichte des hellsehenden Protagonisten eintauchen. Dabei verlassen wir nie den eng begrenzten Raum der Zirkusmanege und befinden uns doch zugleich am Ende leibhaftig an Bord des sinkenden Schiffes. Auf diese Weise erlebt der Zuschauer mit diesem Drama eine geheimnisvolle Kriminalgeschichte und buchstäblich im gleichen Atemzug ein tiefenpsychologisches, höchst komplexes Traumspiel.

„Die Literatur darf das Erhabene und das Pathos reiten wie ein Sternenross – wenn sie kann. Und Roth kann es wie niemand sonst.“
– Hubert Winkels, Die ZEIT
„In der deutschsprachigen Literatur von heute hat Patrick Roth nicht seinesgleichen.“
– Sigrid Löffler, Spiegel Spezial

Regie:
Br. Johannes Paul Decker
In den Hauptrollen:
Martin Schülke
Ruben Hagspiel
Miriam Ferstl
Antonios Safralis

Die amerikanische Fahrt – Stories eines Filmbesessenen
Eine Lesung.

Dienstag, 9. Juli 2013, 19.00 Uhr
im Kino Maxim, Landshuter Allee 33, München-Neuhausen

Der deutsch-amerikanische Autor Patrick Roth liest exklusiv aus seinem neuen Buch. Er erzählt von seiner Liebe zum Kino, von abenteuerlichen Lehrjahren in Hollywood und von heilig-magischen Momenten des Films.
Tickets: € 13,- / ermäßigt € 8,-
Reservierung unter 089-16 87 21

Der Autor und sein Werk:

Patrick Roth, geboren 1953 in Freiburg/Breisgau lebt als freier Autor in Los Angeles und Mannheim. Er ist ein „Erzähler zwischen Bibel und Hollywood“ (Georg Langenhorst), ein „Autor, der sich in Extremen bewegt“ (Gerhard Kaiser). Auf seine filmischen und dramatischen Arbeiten, darunter zahlreiche Hörspiele, folgte 1991 das Prosadebüt „Riverside“, das mit „Johnny Shines“ und Corpus Christi“ schließlich seine Christus-Trilogie bildete. Mit seiner autobiographischen Erzählung „Meine Reise zu Chaplin“ eröffnete Roth 1997 den Reigen seiner deutsch-amerikanischen Erzählzyklen, die immer wieder um Hollywood und den Film kreisen: „Die Nacht der Zeitlosen“ (2001) und „Starlite Terrace“ (2004). Im März 2013 erschien gleichsam als poetologische Grundlegung für diese Werke seine Textsammlung „Die amerikanische Fahrt. Stories eines Filmbesessenen“. Seine letzte Regiearbeit legte Roth 2006 mit dem Film „In My Life – 12 Places I Remember“ vor.
Unter den zahlreichen Quellen, aus denen sich das Werk Patrick Roths speist, ragt neben dem Film und der Bibel gerade auch die Tiefenpsychologie C.G Jungs und Edward F. Edingers heraus, Traumdeutung und Alchemie, aber ebenso literarische Vorbilder wie Hölderlin, Joyce, Trakl, Poe oder Celan.
Patrick Roth erhielt u.a. den Rauriser Literaturpreis, den Preis der Stiftung Bibel und Kultur, den Hugo-Ball-Preis und den Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung. Sein 2012 erschienener Roman „SUNRISE“ wurde für den Deutschen Buchpreis nominiert.